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Laubenhöhe "Iss bei Chris" in Weinböhla

Aller Anfang ist schwer. Ein lieber Kollege hat mich ermutigt meine Erlebnisse kulinarischer Art aufzuschreiben, nachdem wieder einmal Montag war und ich meine Eindrücke vom Wochenende von mir warf.

In Gedanken war die Idee nicht neu und so uneigennützig ist mein Kollege auch nicht, da ja nun alles gespeichert wird und nachgelesen werden kann.

Warum nicht die kulinarischen Highligts mit anderen teilen?

Da ich schon einiges gesehen habe, was zum aufschreiben taugt, habe ich mich entschlossen ohne konkreten zeitlichen Bezug zu erzählen sondern alles so nieder zuschreiben, wie es der geistige Erguss hergibt.

Was liegt da näher, als mit gestern anzufangen. Wenn ich unterwegs bin, dann mit Freunden oder meinen Lieblingsmenschen, diese sind mein Mann (Hed) und meine nun schon große Tochter (Ad), achja und de Muddi nicht zu vergessen.

Die Planung unserer Reisen oder Ausflüge übernehme ich selber, da ich das einfach liebe: guggen, googlen und im Internet rumschnarchen. Viele belächeln mich bei meiner Planerei. Zu spontan ist nichts für mich, denn wenn ein Objekt in das Auge des Betrachters gefallen ist, möchte man das auch haben, so wie den Tisch im Restaurant Laubenhöhe oder auch "Iss bei Chris" in Weinböhla.

Ich suchte eine nette Location für die Rückreise aus Dresden in Richtung Heimat und bemühte wieder einmal Google. Der Blick blieb bei Weinböhla und der Laubenhöhe hängen. Die sehr guten Kritiken fielen mir sofort auf, sind jedoch nicht das Hauptkriterium für die Auswahl. Darauf kommen wir bestimmt noch einmal in einem anderen Blog zurück. Nachlesen kann man viele dieser Kritiken auf der Homepage des Restaurants. Es ist ein gehobenes Restaurant und das Platzangebot eher begrenzt. Daher ist es wirklich angeraten, eine Zeit vorher zu reservieren, klein aber fein!


Nun ist es nicht so, dass mein Augenmerk nur auf Haute cuisine gerichtet  ist aber gewisse Anlässe müssen auch mal in einem gewissen Rahmen begangen werden. Unseren Hochzeitstag hatten wir noch nicht genügend gewürdigt, es war der 22. und das ist schon was. Also habe ich schon über einen Monat vorher uns den Platz gesichert. Sehr freundlich war schon der Kontakt am Telefon, sofort haben wir rumgeflachst. So freundlich war letztendlich auch die Begrüßung gestern.

Das Restaurant ist angenehm groß, es ist auch räumlich geteilt und wie ich gesehen habe, ist auch ein hübscher Biergarten am Haus aber das Wetter machte nicht so mit, wie wir uns das gedacht hatten. Schon gleich nach dem Platznehmen, wird man entschleunigt. Der Ober hatte so eine wunderbare und ruhige Art, dass einem das Gefühl beschlich tatsächlich einzukehren. Die Karte war auch nicht überladen, so dass ich mich wirklich sehr schnell entscheiden konnte. Das will bei mir was heißen!

Der Aperitif, nach Art des Hauses, war herrlich frisch, die Zutaten wurden auch verraten: Holunderblütensirup, Calvados und Prosecco (wurde bei mir sofort abgespeichert). Hed und ich waren uns auch sofort einig, das kleine Menü zu wählen. Es gab auch noch ein gigantisches weiß nicht mehr wieviel Gänge Menü. Das klang natürlich fantastisch aber da hätten wir vorhungern müssen um das zu schaffen. Ansonsten standen natürlich noch einzelne Vorspeisen, Hauptgänge und Desserts zur Wahl.

Nehme ich ein Menü lerne ich was neues kennen was ich so vielleicht bestellt hätte.Also hatte ich Mut zum Risiko, was bei den ganzen Vorschusslorbeeren aber eher gering war. Opener war eine Blumenkohlsuppe (die hätte ich ev. nicht bestellt) gefolgt von der Brust eines schwarzfedrigen Huhn auf Pfifferlinge mit Zucchini-Tagliatelle und als Abschluss ein Panna Cotta mit Waldheidelbeeren. Nagelt mich bitte an dem Wortlaut nicht fest, ich hätte ja nie gedacht, dass ich das mal aufschreibe.

Bei der Getränkewahl hatte ich keinen so riesigen Appetit auf Wein und dachte an ein kühles dunkles Bier, wahrscheinlich denken jetzt viele, ich bin ein Banause. Mein Hed wollte sich ein Weißbier bestellen, der Ober hat aber anscheinend Weißwein verstanden und brachte die Weinkarte. Nun da sie schon mal da war (ich meinte zu Hed, er muss lauter und deutlicher sprechen, wir mussten feixen, dem Kellner konnte man das nicht übelnehmen) habe ich doch einen Blick hinein geworfen und mich für einen Schoppen Grünschnabel 2016 von der Winzergenossenschaft Meißen entschieden.

Der Wein wurde serviert und ich kommentierte das mit einem Augenzwinkern: grün sieht er nicht aus. Der Faden wurde sofort vom Ober aufgenommen und meinte, er heißt aus einem anderem Grund so. Ich möchte doch mal raten und da ja Grünschnabel ein anderes Wort für Junger Schnösel ist, tippte ich auf einen jungen Wein. Und richtig, Grünschnabel ist der erste Wein des Jahres. Er war mehr oder weniger ein Zufallsprodukt, da hier so ziemlich wahllos verschiedene Reste von Weinen zusammen gemischt wurden. Am Ende hat das Ergebnis so ziemlich alle überrascht und es soll im November eine Neuauflage geben.  Ich war ebenfalls vom ersten Schluck an begeistert und konnte mir die letzten zwei Flaschen für zu Hause sichern. Eine steht bereits im Kühlschrank. Das war insgesamt auch ein Zufallsprodukt, da ich eigentlich keinen Wein wollte aber so ist das manchmal und ich habe nichts bereut. Es ist gut, wenn man es einfach so laufen lässt, ich meine die Dinge.

Vom Essen kann ich nur sagen, dass es einfach fantastisch war. Die Portionen war auch klasse und nicht wie manch einer vielleicht denkt, recht klein. Daher empfehle ich jedem, sich selbst ein Bild von der Laubenhöhe zu machen, es ist eine Reise wert. Der Koch und Chef des Hauses - Chris,  machte sich übrigens selbst ein Bild von unserer Zufriedenheit, wo gibt es denn noch sowas. Überhaupt schaute man nur in zufriedene Gesichter der anderen Gäste, es war ein rundum gelungener Besuch. Die Laubenhöhe steht für ehrliche, frische und regionale Küche - das kann ich unterschreiben.

Wie ihr bestimmt gemerkt habt, war das nicht alles vom Wochenende aber mehr davon im nächsten Blog.

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Kommentare: 1
  • #1

    Chris Krause (Donnerstag, 14 Dezember 2017 16:18)

    Danke, freue mich über zufriedene Gäste.